Die 10 gefährlichsten Haie der Welt: Sicher tauchen und reisen
Die 10 gefährlichsten Haie der Welt führt der Weiße Hai an, gefolgt von Tigerhai und Bullenhai, doch die Statistik zeigt zugleich: Das reale Risiko für dich als Reisenden ist winzig. Weltweit registriert das International Shark Attack File (ISAF) des Florida Museum of Natural History pro Jahr nur etwa 60 bis 100 unprovozierte Haiangriffe, bei Millionen von Menschen, die täglich im Meer schwimmen, schnorcheln und tauchen.
Genau hier setzt dieser Ratgeber an. Du bekommst keine Horrorgeschichten, sondern eine sachliche Einordnung auf Basis der offiziellen ISAF-Daten: Welche Haiarten tatsächlich an Vorfällen beteiligt sind, wo sie leben, warum sie in Ausnahmefällen zubeißen und wie du dich bei einer Begegnung unter Wasser richtig verhältst. Einen besonderen Blick werfen wir auf das Rote Meer, weil genau dort viele deutsche Urlauber ihre ersten Hai-Begegnungen erleben. So planst du deinen Tauch- oder Badeurlaub mit Wissen statt mit diffusem Unbehagen, und passt deine Packliste für den Strandurlaub um die Punkte an, die in haireichen Gewässern wirklich zählen.
Zusammenfassung: Die 10 gefährlichsten Haie der Welt
- Platz 1 laut ISAF: Der Weiße Hai verantwortet die meisten dokumentierten unprovozierten Angriffe, vor Tigerhai und Bullenhai.
- Geringes Risiko: Nur etwa 60 bis 100 unprovozierte Haiangriffe pro Jahr weltweit, davon endet im Schnitt weniger als eine Handvoll tödlich (ISAF).
- Über 500 Haiarten: Nur rund ein Dutzend Arten war überhaupt jemals an Vorfällen mit Menschen beteiligt.
- Rotes Meer: Statistisch sehr sicher, einzelne Vorfälle hängen oft mit Fütterung und Abfällen von Booten zusammen.
- Beste Strategie: Ruhig bleiben, vertikal aufrichten, Blickkontakt halten und kontrolliert rückwärts ausweichen.
Sind Haie wirklich gefährlich für Reisende?

Nein, für die allermeisten Reisenden sind Haie keine realistische Gefahr, sondern ein seltenes und kontrollierbares Restrisiko. Die Angst vor den Tieren ist kulturell geprägt, die Zahlen erzählen eine andere Geschichte.
Weltweit leben über 500 Haiarten, vom zentimeterkleinen Zwerghai bis zum Walhai. An dokumentierten Angriffen auf Menschen waren nach den Aufzeichnungen des ISAF nur rund ein Dutzend Arten beteiligt, und auch von diesen greift keine den Menschen gezielt als Beute an. Die typische Hai-Begegnung beim Tauchen endet damit, dass das Tier abdreht, lange bevor du es überhaupt bemerkt hast.
Gleichzeitig sind Haie selbst die Bedrohten. Nach Angaben der Artenschutzorganisation Sharkproject werden jedes Jahr zig Millionen Haie durch Fang, Beifang und Haiflossenhandel getötet, während Menschen durch Haie nur in einstelligen Fallzahlen pro Jahr ums Leben kommen. Wer die zehn gefährlichsten Haiarten der Welt kennt, sollte also vor allem wissen, wie man ihnen respektvoll begegnet, nicht wie man ihnen ausweicht.
Haiangriffe in Zahlen: Was die ISAF-Statistik zeigt
Das International Shark Attack File des Florida Museum of Natural History führt die weltweit umfangreichste Datenbank zu Hai-Vorfällen und unterscheidet dabei streng zwischen unprovozierten und provozierten Angriffen. Unprovoziert bedeutet: Der Mensch hat das Tier nicht berührt, gefüttert, geangelt oder harpuniert. Nur diese Fälle sagen etwas über das natürliche Risiko aus.
Die Daten zeigen ein klares Bild. Die jährliche Zahl unprovozierter Haiangriffe schwankt weltweit meist zwischen etwa 60 und 100 Fällen, tödlich enden davon im langjährigen Schnitt deutlich unter zehn. Zum Vergleich: Allein in Deutschland sterben pro Jahr mehr Menschen durch Bienenstiche oder Reitunfälle als weltweit durch Haie. Die Hotspots der Statistik liegen in Florida, Australien und Südafrika, also dort, wo besonders viele Menschen besonders lange im Wasser sind.
Warum die 10 gefährlichsten Haie der Welt seltener angreifen als gedacht
Selbst die Arten auf dieser Liste beißen nur in Ausnahmesituationen zu. Die häufigsten Gründe sind Verwechslung, etwa wenn ein Surfer auf seinem Brett von unten wie eine Robbe wirkt, und Neugierbisse, mit denen Haie unbekannte Objekte erkunden. Provozierte Vorfälle beim Harpunieren, Füttern oder Angeln fallen statistisch heraus, weil hier der Mensch die Situation herbeiführt.
Für dich heißt das: Die Rangliste der gefährlichsten Haie ist keine Abschussliste, sondern eine Häufigkeitsstatistik. Wer das Verhalten der Tiere versteht und ein paar Grundregeln beachtet, senkt das ohnehin kleine Risiko noch einmal deutlich.
Wie wurden die 10 gefährlichsten Haie der Welt ausgewählt?

Die Rangfolge basiert auf drei Kriterien: der Zahl dokumentierter unprovozierter Angriffe im ISAF, der Schwere der Verletzungen und der Wahrscheinlichkeit, dass du der Art als Reisender überhaupt begegnest.
Reine Fallzahlen allein würden ein verzerrtes Bild ergeben. Der Blauhai zum Beispiel ist einer der häufigsten Haie der Weltmeere, Begegnungen sind trotzdem selten, weil er auf offener See lebt. Der Schwarzspitzenhai hingegen verursacht viele kleine Bisse an Badestränden, die fast nie ernsthaft verletzen. Deshalb kombiniert diese Liste die ISAF-Daten mit der Frage, wie gefährlich ein Biss der jeweiligen Art typischerweise ist und wie häufig Schwimmer, Schnorchler und Taucher ihr tatsächlich begegnen.
Alle vier Kennzahlen stammen aus den Auswertungen des International Shark Attack File. Sie zeigen das Grundmuster der gesamten Debatte: Viel Aufmerksamkeit, sehr wenige Fälle.
1. Weißer Hai: die meisten dokumentierten Angriffe

Der Weiße Hai ist der gefährlichste Hai der Welt, wenn man die reine Statistik fragt: Keine andere Art wird im ISAF mit so vielen unprovozierten Angriffen in Verbindung gebracht. Seine Größe, sein Gebiss und seine Jagdstrategie auf Robben machen Bisse folgenreicher als bei kleineren Arten, was die tödliche Quote zusätzlich prägt.
Gleichzeitig ist sein Ruf schlechter als sein Verhalten. Weiße Haie jagen keine Menschen, die meisten Bisse gelten als Verwechslungs- oder Erkundungsbisse, nach denen das Tier ablässt. Tauchern begegnet er vor allem an Hotspots wie der südafrikanischen Küste oder Guadalupe in Mexiko, meist im Rahmen organisierter Käfigtauchgänge. Für Badeurlauber in Europa ist er irrelevant: Im Mittelmeer ist er so selten, dass Sichtungen Schlagzeilen machen.
2. Tigerhai: Allesfresser der tropischen Küsten

Der Tigerhai gilt als der Müllschlucker unter den Großhaien: In Mägen der Tiere fanden Forscher schon Nummernschilder, Fässer und andere Haie. Diese Unwählerischkeit macht ihn unberechenbarer als den Weißen Hai, denn ein neugieriger Tigerhai probiert im Zweifel lieber einmal mehr.
Für Reisende ist er vor allem deshalb relevant, weil er in genau den Gewässern zuhause ist, in denen getaucht und geschnorchelt wird: an tropischen Riffen, auf Hawaii, in der Karibik und im Roten Meer. Dort war 2023 ein Tigerhai an einem tödlichen Vorfall vor Hurghada beteiligt, der international für Aufsehen sorgte. Solche Ereignisse bleiben absolute Ausnahmen, zeigen aber, warum Fütterungen und Abfallentsorgung von Booten an den Küsten Ägyptens kritisch diskutiert werden.
3. Bullenhai: im Flachwasser und in Flüssen unterwegs

Der Bullenhai ist der Spezialfall auf dieser Liste, weil er Salz- und Süßwasser gleichermaßen verträgt. Exemplare wurden hunderte Kilometer flussaufwärts im Amazonas und in anderen Tropenflüssen nachgewiesen. Damit begegnet er Menschen dort, wo niemand einen Hai erwartet: in trüben Flussmündungen, Flachwasserzonen und Lagunen.
Sein Territorialverhalten und die Nähe zu Badestränden erklären seinen dritten Platz in der Statistik. Viele Vorfälle passieren in Wasser mit schlechter Sicht, oft in der Dämmerung, wenn die Tiere aktiv jagen. Für dich als Reisenden ist die Regel einfach: Meide Baden und Schnorcheln in trübem Wasser nahe Flussmündungen, besonders morgens und abends, dann ist das Risiko auch bei dieser Art minimal.
4. Weißspitzen-Hochseehai: Risiko im offenen Blauwasser

Der Weißspitzen-Hochseehai, auch Longimanus genannt, lebt dort, wo kaum ein Tourist hinkommt: weit draußen auf offenem Meer. Trotzdem steht er in der ISAF-Statistik weit oben, weil er bei historischen Schiffs- und Flugzeugkatastrophen an Schiffbrüchigen fraß und weil er sich hartnäckig an alles heranwagt, was in seinem Lebensraum auftaucht.
Für Taucher ist er die Art, die im Roten Meer am meisten Respekt verdient. An Steilwänden wie den Brüdern, Daedalus oder Elphinstone zeigt er sich neugierig und nähert sich näher als andere Arten. Ruhiges, aufrechtes Verhalten und ein Buddy an der Seite reichen hier fast immer aus. Problematisch wird es, wenn Tauchboote Reste über Bord werfen oder Tiere gefüttert werden, wovon seriöse Anbieter strikt abraten.
5. Kurzflossen-Mako: der schnellste Hai der Meere

Der Kurzflossen-Mako gilt als schnellster Hai der Welt und erreicht in Spurtsprints Geschwindigkeiten, die weit über 60 Stundenkilometer liegen. Diese Athletik, kombiniert mit einem auffälligen Gebiss, hat ihm einen Platz auf vielen Gefahrenlisten gesichert, obwohl die Fallzahlen klein sind.
Die meisten Konflikte mit Makos entstehen beim Hochseeangeln, wenn gehakte Tiere an Bord ausschlagen oder Angler Beute bergen wollen. Als provozierte Vorfälle sagen sie wenig über das Risiko für Urlauber aus. Wer einem Mako auf einem Blauwassertauchgang begegnet, erlebt in der Regel einen schnellen, eleganten Vorbeizug, keine Annäherung.
6. Sandtigerhai: furchteinflößendes Gebiss, ruhiges Wesen

Der Sandtigerhai sieht aus wie der Prototyp des Albtraumhais: Selbst mit geschlossenem Maul stehen ihm die langen, nadelförmigen Zähne aus dem Kiefer. Genau dieses Aussehen bringt ihn auf Gefahrenlisten, obwohl er zu den ruhigsten Großhaien überhaupt zählt.
Tauchern begegnet er an Wracks und in Höhlen, etwa vor Nord Carolina oder Südafrika, wo er träge in Gruppen schwebt und sich von Menschen kaum stören lässt. Die wenigen dokumentierten Bisse gingen fast nie über Probebisse hinaus. Er ist das beste Beispiel dafür, warum Optik kein Risikomaßstab ist.
7. Blauhai: Hochseejäger mit wenigen, aber realen Vorfällen

Der Blauhai ist einer der verbreitetsten Haie der Weltmeere und trotzdem für die meisten Reisenden unsichtbar, weil er auf hoher See lebt. Begegnungen gibt es vor allem auf speziellen Blauhai-Touren, etwa vor Südafrika, Kalifornien oder auf den Azoren, wo die Tiere mit Ködern angelockt werden.
Genau in solchen Situationen entstehen auch die wenigen Vorfälle: Ein neugieriger Blauhai testet Kameras, Flossen oder Käfiggitter. Wenn du eine solche Tour buchst, achte auf Anbieter, die ohne Fütterung arbeiten und klare Verhaltensregeln haben. Das schützt dich und respektiert das Tier.
8. Großer Hammerhai: imposant, aber meist scheu

Mit bis zu sechs Metern Länge und seinem unverwechselbaren Kopf ist der Große Hammerhai eines der eindrucksvollsten Tiere im Meer. Seine Größe allein bringt ihn auf diese Liste, denn ein theoretisch möglicher Biss wäre folgenschwer, die dokumentierte Praxis sieht aber anders aus.
Unprovozierte Angriffe sind kaum bekannt. Taucher, die ihm an den Bahamas oder im Roten Meer begegnen, beschreiben ihn als vorsichtig und schnell abdrehend. Er ist ein Beleg dafür, dass potenzielle Gefährlichkeit und tatsächliches Verhalten zwei verschiedene Dinge sind.
9. Zitronenhai: Bewohner von Mangroven und Flachriffen

Der Zitronenhai lebt genau dort, wo Schnorchler unterwegs sind: in warmen, flachen Küstengewässern, über Sandbänken und in Mangrovenbuchten. Diese räumliche Nähe macht ihn trotz weniger Vorfälle zu einer Art, die du kennen solltest.
Seine Bisse sind selten und fast immer folgenlos, meist handelt es sich um Probebisse in trübem Wasser. Auf den Bahamas wird er auf manchen Touren gefüttert, was seine Scheu vor Menschen reduziert. Solche Angebote solltest du kritisch sehen: Gefütterte Haie verlieren ihr natürliches Verhalten, und das ist langfristig für beide Seiten schlecht.
10. Schwarzspitzenhai: häufige Bisse an Badestränden

Der Schwarzspitzenhai ist der Grund, warum Florida Jahr für Jahr die weltweite Spitzenposition bei Hai-Bissen hält. Vor der Ostküste des Bundesstaats, etwa am New Smyrna Beach, jagt die Art in Schwärmen kleine Fische dicht am Strand und verwechselt dabei gelegentlich Füße und Hände mit Beute.
Diese Stellen gelten manchen Medienberichten als gefährlichster Strand der Welt, was angesichts der Verletzungen irreführend ist: Die Bisse sind klein, selten nähpflichtig und so gut wie nie lebensgefährlich. Der Schwarzspitzenhai schließt diese Liste ab, weil er das perfekte Gegenbeispiel zur Panikmache ist, häufige Begegnung, minimale Gefahr.
Die 10 gefährlichsten Haie der Welt im Überblick
Die folgende Tabelle fasst alle zehn Arten mit Verbreitung, Größe und Risikoeinordnung zusammen, damit du die Rangliste auf einen Blick vergleichen kannst.
| Art | Hauptverbreitung | Max. Größe | Risiko-Einordnung |
|---|---|---|---|
| Weißer Hai | Südafrika, Australien, Kalifornien, Mexiko | ca. 6 m | Höchste Fallzahl, schwere Bisse möglich |
| Tigerhai | Tropen weltweit, auch Rotes Meer | ca. 4,5 m | Neugierig, ernst zu nehmen |
| Bullenhai | Tropische Küsten und Flüsse | ca. 3,5 m | Gefährlich in trübem Flachwasser |
| Weißspitzen-Hochseehai | Offene warme Meere | ca. 3 bis 4 m | Respekt bei Blauwassertauchgängen |
| Kurzflossen-Mako | Hochsee weltweit | ca. 4 m | Kaum relevant für Urlauber |
| Sandtigerhai | Subtropische Küsten, Wracks | ca. 3,2 m | Trotz Gebiss sehr ruhig |
| Blauhai | Offene Ozeane weltweit | ca. 3,8 m | Nur bei Blauwassertouren relevant |
| Großer Hammerhai | Tropische Küsten | ca. 6 m | Scheu, kaum Vorfälle |
| Zitronenhai | Mangroven, Flachriffe | ca. 3,4 m | Sehr gering, Flachwasser beachten |
| Schwarzspitzenhai | Flachwasser, Hotspot Florida | ca. 2 m | Viele Bisse, fast nie ernst |
Aus Lucies Notizbuch
Meine erste Hai-Begegnung war ein Schwarzspitzenhai über einer Sandbank, weg war er schneller, als ich gucken konnte. Seitdem lese ich Statistiken anders: Vorfälle klingen dramatisch, aber fast jede Begegnung endet genau so, mit einem Hai, der abdreht.
Wie hoch ist das Risiko im Roten Meer wirklich?
Das Risiko im Roten Meer ist statistisch extrem gering: Millionen Badegäste und Taucher pro Jahr stehen einer Handvoll dokumentierter Vorfälle pro Jahrzehnt gegenüber.
Das Rote Meer ist das beliebteste Hai-Reiseziel deutscher Urlauber, und genau deshalb schaffen es die seltenen Vorfälle dort in die Schlagzeilen. Seriös eingeordnet sieht die Lage so aus: Ägypten verzeichnet im Schnitt deutlich weniger als einen schweren Vorfall pro Jahr, bei gleichzeitig mehreren Millionen Gästen an der Küste. Die Wahrscheinlichkeit liegt weit unter der von Verkehrsunfällen auf dem Weg zum Flughafen.
Untersuchungen einzelner Fälle in Ägypten zeigen wiederkehrende Muster: Fütterung von Fischen und Haien, Entsorgung von Schlachtabfällen durch Safariboote und Badegäste in Dämmerungsstunden. All das ist vermeidbar, und genau daran arbeiten Behörden und Tauchverbände vor Ort.
Wer im Roten Meer taucht, begegnet außerdem selten den drei Spitzenarten der Statistik. Typisch sind Weißspitzen-Hochseehaie an den Offshore-Riffen, Graue Riffhaie und mit viel Glück Hammerhaie. Für deine Planung heißt das: Buche seriöse Tauchbasen, folge den Briefings und verzichte aufs Schwimmen in der Dämmerung, dann ist das Rote Meer eines der sichersten Hai-Reiseziele der Welt.
Hurghada und Sharm el-Sheikh: Was bei den Vorfällen passierte
Zwei Wellen von Vorfällen prägen die Wahrnehmung. Vor Sharm el-Sheikh kam es 2010 zu einer ungewöhnlichen Serie von Angriffen, bei der eine deutsche Urlauberin starb. 2023 tötete ein Tigerhai vor Hurghada einen Schnorchler nahe dem Strand, 2022 gab es im selben Bereich zwei tödliche Vorfälle binnen weniger Tage.
Diese Ereignisse sind tragisch, aber kein Beleg für ein strukturell gefährliches Reiseziel. In beiden Fällen wurden Faktoren wie Abfallentsorgung, Fütterung und ungewöhnliche Wasserbedingungen diskutiert. Die ägyptischen Behörden reagierten jeweils mit Strandsperrungen und Beobachtungsprogrammen. Wer sich an die Regeln der Resorts und Tauchbasen hält, taucht dort nicht riskanter als anderswo in den Tropen.
Wie verhältst du dich bei einer Hai-Begegnung unter Wasser?
Die wichtigste Regel lautet: Bleibe ruhig, richte dich vertikal auf, halte Blickkontakt und weiche kontrolliert rückwärts aus. Panik ist der einzige echte Risikofaktor.
Haie erkennen Beute an Bewegungsmustern. Hektisches Flattern, schnelles Wegschwimmen an der Oberfläche und panische Armbewegungen imitieren genau das, was ein verletzter Fisch tut. Ruhiges, aufrechtes Verhalten signalisiert dagegen: kein Beutetier. Organisationen wie SHARKVOICE e.V., die sich der Aufklärung über Haie widmen, empfehlen deshalb eine klare Abfolge, die du dir vor dem Urlaub einprägen solltest.
Ruhig bleiben und Atmung kontrollieren
Stoppe deine Bewegungen, atme bewusst langsam weiter und verschaffe dir einen Überblick: Wo ist der Hai, wo ist dein Buddy, wo ist die Riffwand oder das Boot?
Vertikal aufrichten
Drehe deinen Körper in eine aufrechte Position. Große, vertikale Silhouetten kennen Haie nicht von ihrer Beute, das wirkt abschreckend und gibt dir Übersicht.
Blickkontakt halten
Beobachte das Tier kontinuierlich und drehe dich mit, wenn es um dich kreist. Haie greifen bevorzugt aus dem toten Winkel an, ein beobachteter Hai bricht Annäherungen meist ab.
Langsam rückwärts ausweichen
Bewege dich ruhig rückwärts in Richtung Riffwand, Felsen oder Boot, ohne dem Hai den Rücken zuzuwenden. Keine sprintenden Fluchtbewegungen.
Kontrolliert auftauchen oder aussteigen
Beende den Tauchgang besonnen und halte dich beim Aufstieg weiter an der Wand. An der Oberfläche zügig, aber ohne Hektik ins Boot oder an Land.
Vertikale Körperhaltung und Blickkontakt richtig einsetzen
Die vertikale Haltung funktioniert aus einem einfachen Grund: Die natürliche Beute großer Haie liegt horizontal im Wasser. Ein aufrechter Taucher mit 1,80 Metern Silhouette ist für das Tier ein unbekanntes, potenziell wehrhaftes Objekt. Kombiniert mit direktem Blickkontakt signalisierst du Aufmerksamkeit, und Raubtiere meiden Beute, die sie bemerkt hat.
Wichtig ist die Umsetzung: Richte dich auf, ohne wild mit Armen und Beinen zu rudern, und nutze deine Flossen für langsame, gleichmäßige Bewegungen. Kamerahalter können das Gerät leicht zwischen sich und das Tier bringen, das vergrößert die wahrgenommene Front zusätzlich. Was du vermeiden solltest: dem Hai hinterherschwimmen, ihn anfassen oder ihn in eine Enge drängen. Ein bedrängter Hai ist der einzige Hai, der beißen muss.
Typische Fehler von Tauchern und Schnorchlern
Die drei häufigsten Fehler sind provozierendes Verhalten, Schwimmen in der Dämmerung und glänzender Schmuck. Alle drei lassen sich mit minimaler Vorbereitung vermeiden.
Wer Fische füttert, harpuniert oder Beutefische an der Leine trägt, erzeugt genau die Signale, die Haie anziehen: Blut, Stress und Futterduft. Korrektur: Lass die Harpune im Haigebiet zu Hause und buche nur Touren ohne Fütterung.
Fehler 2: Baden und Schnorcheln in der Dämmerung. Viele große Haiarten jagen bei schwachem Licht, wenn ihre Sinne gegenüber der Beute im Vorteil sind. Gleichzeitig siehst du selbst kaum noch etwas. Die Korrektur ist simpel: Plane deine Wassergänge zwischen vollem Morgenlicht und spätem Nachmittag und meide trübes Wasser nach Regen oder nahe Flussmündungen.
Fehler 3: Glänzender Schmuck und kontrastreiche Badekleidung. Metallisches Funkeln im Wasser ähnelt den Schuppen panisch fliehender Fische und kann neugierige Haie auf Distanz anziehen. Lass Uhren, Ringe und Ketten am Strand und wähle eher gedeckte Farben. Wer auf einem Yachturlaub vom Boot aus schwimmt, sollte außerdem nie dort ins Wasser gehen, wo Fischreste über Bord geworfen wurden.
Aus Lucies Notizbuch
Mein eigener Anfängerfehler: eine silberne Taucheruhr im flachen Wasser. Erst als ein Riffhai auffällig oft die Richtung wechselte, fiel mir auf, was da im Gegenlicht blitzte. Seitdem liegt die Uhr beim Schnorcheln in der Tasche.
Fazit: Respekt statt Angst vor den gefährlichsten Haien
Die zehn gefährlichsten Haie der Welt sind für gut vorbereitete Reisende kein Grund, das Meer zu meiden, sondern eine Einladung, es klüger zu nutzen. Die ISAF-Zahlen sind eindeutig: Mit 60 bis 100 unprovozierten Angriffen pro Jahr bei Millionen Wassergängern gehört der Hai zu den kleinsten Risiken deines Urlaubs, deutlich kleiner als der Straßenverkehr oder das eigene Badeverhalten. Wer die Hotspots kennt, die Dämmerung meidet, auf Fütterungstouren verzichtet und bei einer Begegnung ruhig, aufrecht und mit Blickkontakt reagiert, hat das Risiko praktisch auf null reduziert. Und wer mehr über sicheres Reisen wissen will, findet in den weiteren Reisetipps auf Reisen mit Kopf passende Ratgeber für die nächste Tour.
Checkliste: Sicher tauchen und baden in Haigewässern
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Häufige Fragen
An der Spitze der Statistik des International Shark Attack File stehen der Weiße Hai, der Tigerhai und der Bullenhai. Es folgen Weißspitzen-Hochseehai, Kurzflossen-Mako, Sandtigerhai, Blauhai, Großer Hammerhai, Zitronenhai und Schwarzspitzenhai.
Der Weiße Hai gilt als der gefährlichste Hai der Welt, weil er in den Aufzeichnungen des ISAF die meisten unprovozierten Angriffe auf Menschen verantwortet. Tigerhai und Bullenhai folgen mit deutlichem Abstand auf den Plätzen zwei und drei.
Die meisten dokumentierten Begegnungen konzentrieren sich auf die Küsten der USA, Australiens und Südafrikas. Je nach Art kommen die Tiere in tropischen Flachriffen, an gemäßigten Küsten oder auf offener Hochsee vor, der Weißspitzen-Hochseehai zum Beispiel auch im Roten Meer.
Bleibe ruhig, richte dich vertikal im Wasser auf und halte Blickkontakt mit dem Tier. Weiche langsam und kontrolliert rückwärts aus, idealerweise in Richtung Riffwand oder Boot, ohne hektische Bewegungen oder panisches Flattern.
Das Risiko ist statistisch extrem gering, gemessen an den Millionen von Badegästen und Tauchern pro Jahr. Einzelne Vorfälle an der ägyptischen Küste standen häufig im Zusammenhang mit Fütterungen, Abfällen von Booten oder provozierendem Verhalten.
Die meisten Vorfälle gehen auf Verwechslung, Neugierbisse oder Provokation zurück. Als provoziert gelten etwa Angriffe beim Harpunieren, beim Füttern oder beim Umgang mit Angelködern, die echten Angriffe aus Jagdmotiven sind die Ausnahme.
Im Mittelmeer leben vereinzelt Weiße Haie, dokumentierte Angriffe sind dort aber sehr selten. In Nordsee und Ostsee gibt es keine Haiarten, die für Menschen gefährlich werden könnten, hier schwimmen nur kleine, harmlose Arten wie der Dornhai.
Quellen
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt und redaktionell überprüft. Enthaltene Bilder wurden mittels KI generiert. Mehr erfahren